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Rund um das Gamelan

Was ist ein Gamelan?

Das Wort „Gamelan“ bezeichnet sowohl eine Musikrichtung, die vor Jahrhunderten in den alten Fürstenhöfen der indonesischen Inseln Java und Bali entstanden ist, als auch das aus traditionellen Instrumenten bestehende Orchester, das diese Musik spielt. Ein großes Gamelan, so wie diejenigen, die heute noch in den Palästen von Solo, Yogyakarta oder auf Bali zu hören sind, kann aus ca. 30 Musikern (Sänger/innen nicht mitgerechnet) und doppelt so vielen Instrumenten bestehen, ein kleineres aus weniger als 10 Musikern.


Wo und wann wird Gamelanmusik gespielt?

Gamelanmusik ist fast ausschließlich auf Java und Bali zu hören. Dort wird sie regelmäßig zu religiösen Feiern gespielt, zu sozialen Anlässen wie z. B. Hochzeiten, als Begleitung zu Tanz, Puppentheater oder Schattenspiel, oder auch als Konzert.


Wie klingt das?

Für westliche Ohren erst mal sehr fremd, denn Gamelanmusik bedient sich nicht der hier in Europa bekannten Tonleiter. Vielmehr verwenden Gamelans zwei eigene Tonleitern bzw. zwei verschiedene Stimmungen und sie haben dafür zwei unterschiedliche Instrumenten-Sets: ein Set in „Slendro“ (pentatonisch, mit 5 Tönen) und eines in „Pelog“ (heptatonisch, mit 7 Tönen).


Die Instrumente

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Instrumente des Gamelans Schlaginstrumente. In „guten“ Gamelans sind diese Instrumente vorwiegend aus Bronze und Hartholz, es gibt aber auch vereinzelt Gamelans mit Kupfer- oder Eiseninstrumenten.

Alle Instrumente des Gamelans werden per Hand hergestellt und gestimmt. Es gibt daher keine zwei Gamelans, die genau gleich klingen. 

Mobirise

Das Saron ist ein kleines Metallophon mit einem Resonanzkörper aus Holz. Es spielt die „Balungan“, die so etwas ist wie die Hauptmelodie eines Musikstückes.
Im Gamelan gibt es verschiedene Sarons: das Saron Demung hat eine tiefe, das Saron Barung eine mittlere und das Saron Pekin eine hohe Stimme. Bei langsamen Stücken verdoppelt oder vervierfacht das Pekin die Noten der Balungan.

Mobirise

Das Slenthem gehört ebenfalls zu den Melodie-Instrumenten und spielt auch die Balungan oder, in schnelleren Stücken, jede zweite Note der Balungan. Dank seines Resonanzkörpers aus Bambusröhren klingt es weicher als das Saron.

Das Gender ist äußerlich dem Slenthem ähnlich, aber höher gestimmt und spielt nicht die Balungan, sondern freie Variationen um die Balungan herum. Es hat doppelt so viele Klangplatten wie das Slenthem und wird mit zwei Schlegeln gespielt.

Mobirise

Das Bonang besteht aus zwei Reihen von Bronze-Kesseln, die paarweise geschlagen werden. In einem Gamelan-Set gibt es meistens zwei Bonangs, die nicht zusammen, sondern komplementär zueinander spielen. Vereinfacht formuliert dienen die Bonangs der Ausschmückung der Balungan.

Mobirise

Der große Gong und die Kempuls (kleine Gongs) dienen im Wesentlichen der „Strukturierung“ von Musikstücken, indem sie die unterschiedlichen musikalischen Phasen ein- und ausleiten sowie bestimmte Noten betonen.

Mobirise

Die Kenongs sind größere Bronzekessel, die eine ähnliche Funktion wie die Kempuls haben und komplementär zu diesen eingesetzt werden. Zusammen mit den Kenongs werden auch zwei kleinere Bronzekessel gespielt: das Ketuk, das den Takt schlägt, und das Kempyang, welches der Interpunktion dient.

Mobirise

Die Kendang (Trommel) gibt den Rhythmus vor bzw. dient der „Kommunikation“ zwischen Tänzern und Gamelan bei Tanzvorführungen. Oft ist der Kendang-Spieler gleichzeitig auch der „Dirigent“ des Gamelans.

In vielen Gamelans sind außerdem noch das Gambang (ein Holz-Xylophon), die Rebab (eine arabische Geige), die Suling (Bambusflöte) oder die Siter (ein Saiten-Zupfinstrument) zu hören, sowie eine variable Anzahl von Sängern und Sängerinnen.

Die oben abgebildeten Instrumente gehören alle zum javanischen Gamelan. Balinesische Instrumente sind in ihrem Design, Klang und teilweise ihrer Spielweise her unterschiedlich, ihre Funktion im Gesamtgefüge des Gamelans ist aber ähnlich.